Einleitung
In vielen gesellschaftlichen Diskursen höre ich momentan Vorschläge darüber, wie man am besten AFD-Wählende davon überzeugt, von ihrer Ideologie Abstand zu gewinnen oder diese gänzlich zu überborden.
Die Versuche der meisten bürgerlichen Antifaschist:innen beim „Zurückholen“ von AFD-Wählenden zeigen sich meist in inhaltlichen Aufklärungsdebatten oder antagonistischer Konfrontation und Ignoranz. Alles zeigt meist nur wenig bis gar keinen Erfolg. Doch was hilft nun letztlich wirklich? Und was kann uns helfen, für unsere sozialistische Sache erfolgreiche Maßnahmen zu ergreifen?
Der folgende Beitrag orientiert sich zur Klärung dieser Frage an den Ausführungen von Dylan Clearfield in seinem Buch „Deprogramming Victims of Brainwashing and Cult-Like Mind Control“ und betrachtet den Fakt, dass vermeintlich rational denkende Menschen in einer Massenbewegung dazu gebracht werden gegen ihre eigenen Interessen zu wählen, zu handeln und eine rassistische Ideologie anzunehmen, als eine Form der gesellschaftlichen Gehirnwäsche.
Diese erfolgt hierbei immer mit bestimmten Methoden. Jenes Brainwashing rückgängig zu machen ist nur dann möglich, wenn man die notwendigen Gegenoperatoren kennt. Alle im Folgenden vorgestellten Methoden können von jedem Menschen zum Einsatz gebracht werden und sind somit nicht nur effektiv sondern auch effizient und niederschwellig. In diesem Sinne möchte ich dazu aufrufen, die Strategien anzuwenden!
Zunächst sei ein wichtiger Grundsatz zuvor erwähnt. De-Programmierung ist ein Kampf – ein langer Kampf! Wie lang dieser sein wird, kann im Vorhinein nicht genau abgeschätzt werden. Dylan Clearfield spricht hier von oftmals 15 Monaten oder mehr, um eine Person, die einer Gehirnwäsche unterzogen worden ist, von den Gedankenfesseln zu befreien. Dieser Zeitraum wird für eine Gesamtgesellschaft also weit länger und kräftezehrender sein. Dennoch, was sich für ein Individuum umsetzen lässt, kann sich mit einer massiven Gegenbewegung auch gesellschaftlich umsetzen lassen. Wir Sozialist:innen sind langwierige Kämpfe gewohnt.
Um einen Brainwashing-Prozess rückgängig zu machen, ist es notwendig, sich damit zu befassen und zu analysieren, wie die Gedankenprogrammierung abgelaufen ist und welche Methoden hierfür genutzt worden sind.
Instanzen der Kontrolle - Die AFD als Unterwerfender und ihre Wählerschaft als ihr Opfer
Die Instanzen der Kontrolle zu kennen, ist fundamental wichtig, um sie letztlich wieder aufbrechen zu könne.
Instanz 1: Entfernung des Opfers aus der Unterstützergruppe
– erst psychologisch
– dann physisch
– hierzu gehören Freunde, Familie und jede Person, die das Opfer potenziell beeinflussen könnte
Instanz 2: Attacken auf das Selbstwertgefühl des Opfers
– Überzeugen des Opfers, dass es Probleme hat, die nur der Unterwerfende lösen kann
Instanz 3: Das Opfer dazu bringen, niedere Aufgaben zu erfüllen, die es herabwürdigen und degradieren
– damit einher gehen zwei Überzeugungen
1.) Nur der Unterwerfende kann die Bedürfnisse des Opfers erfüllen
2.) Das Opfer hat sich vollständig dem Einfluss aller zu entziehen außer dem Einfluss des Unterwerfenden
– Zerstörung der Identität und Persönlichkeit des Opfers
Instanz 4: offensichtlich sadistischer Missbrauch
– sowohl physisch als auch psychologisch
Instanz 5: Nahezu vollständige Übertragung des Finanzkapitals an den Unterwerfenden
– der Unterwerfende erhält hierdurch die volle Kontrolle über das Opfer
– das Opfer kann nicht entkommen, weil seine Finanzkraft vollständig dem Unterwerfenden gehören
Mit jeder Instanz hat das Opfer weniger Möglichkeiten und Chancen sich selbständig aus dem Klammergriff des Unterwerfenden zu lösen. Das Positive ist jedoch, dass zu jedem Zeitpunkt eine Unterbrechung und Intervention von Außen möglich ist.
Bestimmen der Instanz, in der sich AFD-Wählende befinden
AFD-Wählende sind weitgehend von ihren vorherigen Peer-Groups isoliert. Hierzu führte mehrheitlich das propagierte „Ausschließen“ von Faschist:innen aus der Gesellschaft, das über Jahrzehnte hin funktioniert hatte. Letztlich tat es das aber nur, weil es möglich war, die Anhängerschaft neufaschistischer Bewegungen daran zu hindern sich neue Peer-Groups zu suchen. In Zeiten von Social-Media und globaler Vernetzung durch das Internet scheitert diese Strategie zunehmend offensichtlich. Die Ausgeschlossenen versammeln sich und bilden neue Schmelztiegel, in denen sie sich nur noch mit ihres Gleichen herumtreiben.
Das führt dazu, dass Instanz 1 von der AFD ohne Weiteres umgesetzt werden kann. Sie isoliert ihre Opfer zunächst psychologisch und digital. Durch Algorithmen der sozialen Medien, die Berichterstattung in den öffentlich rechtlichen Medien und die Parteiarbeit wird die AFD-Wählerschaft immer weiter in den Hasenbau getrieben und letztlich isoliert sich diese auch analog von ihren Mitmenschen. Diesen Prozess können wir seit 2015 zunehmend beobachten.
Instanz 2 setzt beim Nationalstolz als Selbstwert der bürgerlichen Deutschen an. Diesen muss die AFD nicht attackieren. Er ist inhärent attackiert, da sich innerhalb großer Teile der bürgerlichen Gesellschaft eine Haltung verinnerlicht hat, die es als Schmach empfindet, dass der deutsche Nationalstolz nicht offen ausgelebt werden „darf“. Die AFD muss nun letztlich diesen bürgerlichen Teil nur davon überzeugen, dass sie die letzte verbliebene Lösung ist, um dieses Problem zu lösen. Hierbei erfolgt seitens der Parteien von Links bis CDU keinerlei Gegenwehr. Wie auch, lehnen doch alle Parteien einen übermäßigen Nationalkult aus nachvollziehbaren Gründen ab.
Des Weiteren setzt die AFD beim Selbstwert des „Deutschseins“ per se an. Sie greift in einem völkischen Sinne den Selbstwert der Deutschen hierdurch an, dass sie von Vermischung und rassentheoretischer Auslöschung der deutschen DNA spricht. Sie greift zudem den Mythos des deutschen Wirtschaftsstandortes und des sicheren Arbeitsmarktes an, der durch übermäßige Zuwanderung überrannt werde.
All das greift die Identität der deutschen bürgerlichen Bevölkerung an. Die AFD bietet als einzige Partei die Lösungen für diese Probleme an, obwohl auch sie nicht die einzige ist, die diese Probleme zunächst durch ihre Attacken heraufbeschwört. Die deutsche Medienlandschaft samt ihres CDU-Vorfeldes bläst in dasselbe Horn.
Für Instanz 3 muss zunächst Instanz 2 zutreffen. Diese Voraussetzung ist erfüllt. Als nächstes hat das Opfer alle Kontakte zu anderen Einflüssen aufzugeben. Dieser Punkt ist bei allen AFD-Wählenden erreicht, die sich mit ihren Freundeskreisen und/oder Familien verwerfen und politisch nicht mehr für andere Inhalte empfänglich sind als rechtsideologische Mantras und Dogmata sowie rassentheoretische Mythen und Verschwörungserzählungen. Hierzu zählen Narrative wie „Lügenpresse“, Verschwörungserzählungen, Rassentheorie und das Konsumieren ausschließlich rechtsnarrativer Medien. Hierdurch werden aus den AFD-Wählenden willenlose Marionetten kostümiert, die die niedere Aufgabe der Narrativreproduktion erfüllen und nur noch Schlagwortargumentationen aufbauen können.
Die Instanzen 4 und 5 sind eher subtilerer Natur und betreffen in großen Teilen eher die AFD-Mitglieder als die Wählenden der Partei. Ein flächendeckender psychologischer oder physischer Missbrauch innerhalb der AFD-Reihen entzieht sich – sofern es ihn geben sollte – momentan der öffentlichen Wahrnehmung und Berichterstattung. Damit ist Instanz 4 nicht in Gänze erfüllt und wohlmöglich nur auf einzelne bis wenige AFD-Wählende zutreffend. Instanz 5 kann, wenn überhaupt nur auf Parteimitglieder und fanatische Unterstützer zutreffen, welche sich vollständig für die Partei aufgeben. Dies betrifft letztlich auch einen verschwindend geringen Bruchteil der AFD-Wählerschaft.
Analytisch abschließend kann also der größte Teil der AFD-Wählerschaft in die Instanzen 2 und 3 eingeordnet werden. Genau dieser Teil muss also kollektiv deprogrammiert werden.
DER FEIND - Die AFD als Primärakteur
Es gibt in jedem Fall der Gehirnwäsche einen Gegenspieler, der ausgeschaltet werden muss, um die Deprogrammierung nachhaltig erfolgreich zu gestalten. In diesem Falle ist dieser Gegenspieler offenkundig die AFD, aber eben auch die Medienlandschaft, welche es der AFD überhaupt ermöglicht, ihre Brainwashing-Strategie in die Tat umzusetzen. Es gibt also Primärakteure und Sekundärakteure. Die AFD ist Primärakteur, die Medienlandschaft samt der sozialien Medien und konservative Parteien wie die CDU/CSU, welche als Trittbrettfahrer fungieren, sind Sekundärakteur. Kein Sekundärakteur kann den Platz des Primärakteurs besetzen. Auch den Sekundärakteuren ihre Macht und ihren Einfluss zu nehmen wird den Primärakteur nicht bremsen.
Die mediale Landschaft umzugestalten und die AFD nicht mehr stattfinden zu lassen könnte den Prozess des Brainwashings für künftige Zielgruppen der AFD also zwar hemmen und schwächen, wird allerdings die bereits gebrainwashten AFD-Wählenden nicht aus ihrem Bann befreien, sondern eher noch darin bestärken, sich der Partei noch mehr hinzugeben.
Es lassen sich also Handlungen ableiten, um das Brainwashing nachhaltig auszuhebeln. Die Opfer, also die AFD-Wählenden müssen dem Einfluss der AFD und dem Einfluss der Medien, welche die AFD stattfinden lassen, dauerhaft und nachhaltig entzogen werden. Dies kann durch zweierlei Maßnahmen erfolgen. Entweder die AFD wird verboten und die mediale Landschaft bezüglich des Plattformens von rechtsideologischen Inhalten stärker reguliert oder man wählt den organischen Ansatz und entfernt die einzelnen Betroffenen Individuen aus der Einflusssphäre der AFD und der entsprechenden Medien (vorrangig also Social Media).
Auf systemischer Ebene hilft also nur die politische Entscheidung zu einem AFD Verbot. Dass dieses sehr unwahrscheinlich bis unmöglich erscheint, habe ich bereits vor einigen Tagen in meinem Blog veröffentlicht.
Daher konzentrieren wir uns in diesem Beitrag nun auf die organische bzw. individuelle Ebene des Deprogrammings von AFD-Wählenden. Man muss den Primärakteuer selbst, also die AFD, davon abhalten weiteren Einfluss auf die AFD-Wählenden zu nehmen. Das funktioniert natürlich nur, wenn man Kontakt zu AFD-Wählenden hat, sucht und hält. Kein Sekundärakteur (also weder die Medien, noch die CDU/CSU oder SPD) wird einem bei der Bekämpfung des Primärakteurs helfen, da diese mitunter selbst unter dem Einfluss des Primärakteurs stehen. Dieser Punkt lässt sich beispielsweise am Machtkalkül der CDU/CSU im Bundestag bezüglich des AFD-Verbots ableiten.
Die AFD ist also Primärakteuer und damit der Hauptfeind, den es an Einflussnahme zu hindern gilt. Sich auf die Sekundärakteure zu konzentrieren ist lediglich eine Ablenkung, die zu Nebenschauplätzen führt. Man könnte nun anhand dieser Logik auch argumentieren, dass die AFD ja nur Sekundärakteur sei und ihre Kapitalgeber (also kapitalistische Milliardäre) die Primärakteure seien. Das ist soweit auch korrekt, allerdings geht es hier nicht um gesellschaftliche Machtstrukturen, sondern um psychologische Gedankenkontrolle, welche von Seiten der AFD als Organ ausgeführt wird und eben nicht von den Kapitalisten per se.
Aus diesem Grunde bleiben wir dabei, die AFD als Primärakteur und damit wichtigsten Gegenspieler zu betrachten.
Warnzeichen bei Instanz 1 - überwertige Idee, Zwang und Wahn
Die ersten Warnzeichen hätte man historisch wohl als Monomanie bezeichnet. Heutzutage gebräuchlicher sind eher Begrifflichkeiten wie der der „überwertigen Ideen“, also Ideen, die für die Betroffenen eine hohe individuelle Bedeutung haben. Diese können jedoch von Anderen nur schwer nachvollzogen werden. Es handelt sich um eine Denkstörung, welche aber (noch) nicht wahnhaft ist.
Abzugrenzen ist die „überwertige Idee“ vom Zwang und vom Wahn, welche als Ich-Dyston und Ich-Synton bezeichnet werden. Während der Zwang dabei einen Leidensdruck auslöst und von der betroffenen Person als störend und fremd wahrgenommen wird, wird der Wahn als Teil der eigenen Persönlichkeit wahrgenommen – also nicht als störend oder fremd. Dies hat auch zur Folge, dass eigene negative, abweichende oder normverletzende Verhaltensweisen nicht als problematisch erkannt werden, selbst wenn die betroffene Person von anderen darauf hingewiesen wird.
Die überwertige Idee steht so gut wie immer mit der ersten Instanz der Gehirnwäsche in Verbindung und ist somit das erste Warnzeichen, bei dem die Deprogrammierenden intervenieren sollten.
Das Opfer wird zu diesem Zeitpunkt folgende Merkmale zeigen:
– Konsum von Filmen, Serien, Büchern, etc. thematisiert nur noch die überwertige Idee (bspw. Nius, Compactmagazin, Weichreite, etc.)
– es spricht nur noch über die überwertige Idee (bspw.“Remigration“, „Frühsexualisierung“, „Juden-Globalisten-Verschwörung)
– es umgibt sich nur noch mit Dingen, die die überwertige Idee betreffen
– es meidet Nachrichtenprogramme, die mit seinen Glaubenssätzen in Konflikt geraten, um die Reinheit seiner Gedanken zu bewahren (Die AFD fordert das mitunter sogar)
– es zeigt einen eingefrorenen Gedankenprozess, der immer wieder die gleichen Muster abspielt („mir geht es schlecht, die da oben sind schuld, die lassen die Ausländer ins Land, die verbrauchen dann zu viel Geld, deshalb habe ich kein Geld, deshalb geht es mir schlecht, repeat“)
– jeder äußere Einfluss wird vom Unterwerfenden diskreditiert („Lügenpresse“, „Fake-News“, Altparteien, etc.)
Die überwertige Idee kann sein „übermäßige Zuwanderung“, „Gender-Gaga“, „Bevölkerungsaustausch“ oder jedes beliebige andere Kampfthema der AFD, mit dem sie die Menschen vergiftet. Die überwertige Idee ist IMMER das erste Warnzeichen! Sobald man diese bemerkt, MUSS interveniert werden.
Identifikation der überwertigen Idee bei AFD-Wählenden
Oft hört man AFD-Wählende Sätze sagen wie: „Nur die AFD und ich sagen die Wahrheit.“ oder „Nur die AFD kann unser Land retten“ oder „Nur die AFD und ihre Wähler sind aufgewacht, alles andere ist Fake-News!“. In diesem Falle ist es wohlmöglich bereits zu spät für die Intervention und das Opfer ist möglicherweise für den Moment außer Reichweite. Sollten solcherlei Sätze nicht fallen ist es mitunter schwieriger festzustellen, ob die Person momentan unerreichbar ist. Hierbei empfiehlt es sich auf unsinnige Argumente zu achten, die schlichtweg in der Realität nicht erklärbar sind. ACHTUNG: Nicht solche, die unerklärbar oder unsagbar erscheinen, sondern solche die tatsächlich unerklärbar sind!
Beispiel:
Das Opfer sagt: „Die Juden ziehen die Strippen hinter allem was auf der Welt passiert.“
Dieser Satz ist nicht nur antisemitisch, sondern in der Realität auch nicht haltbar. Er ist unerklärbar, da es natürlich Juden gibt, die Macht und Geld haben, aber eben auch solche, die weder die Eine noch das Andere haben. Demnach hätte diese fiktive Aussage des Opfers eine absolut unsinnige Basis. Hält das Opfer trotz Präsentation der möglichen Sichtweise, dass es auch Juden ohne Geld und Macht gibt, an ihrem Unsinnsgedanken fest, so ist davon auszugehen, dass die Person momentan außerhalb der Reichweite und nicht für eine Deprogrammierung in diesem spezifischen Thema zugänglich ist. In einem solchen Falle empfiehlt sich ein Themenwechsel zu einem Thema, bei dem die Person noch zu rationalen Gedanken in der Lage ist.
Findet man nun ein Thema, bei dem das Opfer nicht von ihren unsinnigen Aussagen abweicht, obwohl es das auf rationaler Ebene müsste, so hat man die überwertige Idee identifiziert. Bei AFD-Wählenden kann es vorkommen, dass mehrere überwertige Ideen nebeneinander existieren.
INTERVENTION bei überwertiger Idee als Warnzeichen von Instanz 1
Die beste Strategie ist es mit den Opfern zu interagieren und mit Ihnen zu reden. Hier haben viele Menschen in ihrem Umfeld bereits den Fehler begangen, die AFD-Sypathisanten auszuschließen. Diesen Fehler muss man nach Möglichkeit „reparieren“, um einen erneuten Zugang zu den Personen zu erhalten. Abgebrochener Kontakt ist zwingend wiederherzustellen.
Die überwertige Idee darf dabei nicht debattiert oder bestritten werden. Vielmehr muss darüber intelligent und mit Interesse geredet werden. Passend und subtil gilt es dann alternative Ideen einzustreuen und Vorschläge bezüglich der überwertigen Idee zu machen. Der Gedanke dahinter ist, dass man nicht die AFD direkt angreift oder verspottet, sondern andere Sichtweisen anbietet, die das Opfer eventuell nicht in Betracht zieht.
Dabei ist es wichtig, nicht als Konterpart des Opfers aufzutreten. Dies würde direkt dazu führen als Feind wahrgenommen zu werden und das Opfer dazu bringen seinen Standpunkt vehement zu verteidigen. Das Ziel muss viel mehr sein, das Muster der Fixierung auf die überwertige Idee aufzubrechen, bevor das Opfer vollständig in ihr verloren geht. Außerdem benötigt man einen fundierten Wissensstand zur überwertigen Idee. Das bedeutet, dass falls man diesen nicht besitzt, man sich diesen zunächst aneignen muss.
Sollte man mit der Intervention selbst keinen Erfolg haben, dann empfiehlt es sich Personen zu konsultieren, denen das Opfer mehr Vertrauen entgegenbringt.
Von der überwertigen Idee zur psychologischen und physischen Trennung - Instanz 1
Nach dem Stadium der überwertigen Idee werden die Ideen der AFD für ihre Wählenden zu einer Art Abhängigkeit. Die AFD repräsentiert sozusagen das Weltbild ihrer Wählerschaft. Ein ähnliches Phänomen zeigte sich beispielsweise auch bei der NSDAP. Dies ist insbesondere auch der Punkt der die AFD-Wählerschaft von der Wählerschaft anderer Parteien unterscheidet. Die AFD repräsentiert alles, worin AFD-Wählende ihr Vertrauen legen.
Mit der Sucht nach der AFD verhält es sich wie mit jeder anderen Droge. Die Süchtigen können nur von der Abhängigkeit befreit werden, wenn man ihnen den Drogenkonsum verweigert. Der Kontakt zur AFD muss gänzlich unterbrochen werden. Nur so kann die psychologische Trennung zur Gesellschaft aufgebrochen werden. Das funktioniert auf Dauer nur systemisch durch ein AFD-Verbot (welches sehr unwahrscheinlich ist) oder auf individueller (in Masse also kollektiver) Ebene durch jeden Einzelnen von uns. Mein Appell ist an dieser Stelle also mit AFD-Wählenden in unvoreingenommene Gespräche zu kommen. Seine eigene Haltung und Idee soll man dabei natürlich behalten und erhalten und man darf sich auch nicht zu Kompromissen hinreißen lassen, wie es beispielsweise BSW und SPD sowie CDU und Grüne bereits mehrfach getan haben. Allerdings sollten wir den Pfad des Miteinanderredens nicht verlassen, respektive wieder betreten, so wir ihn denn bereits verlassen haben. Dies funktioniert nur in der realen Welt. Der Online-Raum ist für dieses Unterfangen zu anonym, zu unpersönlich und entweltlicht, als dass es irgendeinen Nutzen hätte, dort mit AFD-Wählenden zu diskutieren.
Nichtkommunikation führt zu Feindseligkeit. Wenn zwei Personen nicht miteinander sprechen, werden sie schneller zu Feinden werden, als wenn sie sich weiterhin austauschen. Bringt die AFD Menschen also dazu zu streiten, werden diese, einfach nur um die Negativität zu vermeiden, die Kommunikation miteinander minimieren. Das wiederum führt zur Selbsterfüllenden Prophezeihung der Feindseligkeit. Ein Nichtkommunizieren verschärft den Prozess also nur. Der Verlust der Kommunikation ist ein weiterer Krisenpunkt, da somit die physische Trennung zwischen Opfer und Unterstützergruppe erfolgt. Somit komplettiert sich die psychologische und physische Trennung von Opfer und Unterstützergruppe. Dieser Prozess mündet in den Beginn von Instanz 2.
INTERVENTION bei Instanz 1
Die AFD versucht mehr und mehr ihre Opfer von ihren Unterstützergruppen zu trennen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, ihre Opfer so oft und so lang es geht von der AFD fernzuhalten. Es ist also besser Zeit mit den „unliebsamen AFD-Onkeln“ zu verbringen, mit ihnen zu sprechen und ihre Tiraden zu ertragen, als dass diese sich innerhalb der sozialen Netzwerke, auf sich allein gestellt weiter gehirnwaschen lassen.
Oftmals zeigen sich laut Clearfield schon nach 3 Tagen Kontaktabbruch zum Unterwerfenden die ersten Verhaltensänderungen beim Opfer. Ähnlich verhält es sich mit AFD-Wählenden und der AFD als Unterwerfender. Diese Momente müssen so oft es geht reproduziert werden, selbst wenn das Opfer sich immer wieder dem Unterwerfenden annähert. Je öfter man den Kontaktabbruch forcieren kann, umso besser, da sich somit auf Dauer eine Entwöhnung von der Sucht und Abhängigkeit einstellt. Bringt man die Beobachtung der negativen Verhaltensänderungen bei erneuter Kontaktaufnahme in das Bewusstsein des Opfers, so wird dieses Vorbehalte gegenüber dem Unterwerfenden entwickeln. Genau diese Methode lässt sich bei AFD-Wählenden anwenden.
Natürlich kann auch das exakte Gegenteil eintreten und die AFD-Wählenden entwickelt Vorbehalte gegenüber den Deprogrammierenden. Insbesondere durch Indoktrination des „Gutmenschentumnarrativs“ wird dies bestärkt. Der Deprogrammierende wird vom Unterwefenden stets als Feind und gegenwärtiges Böses dargestellt. Die Unterstützergruppe des AFD-Wählenden ist also der immanente Feind der AFD. Allerdings ist dieses Risiko es wert in Kauf genommen zu werden, da im schlimmsten Falle die AFD-Wählenden in Instanz 2 überzugehen droht. Es ist wichtig, die positiven Aspekte herauszustellen und zu betonen, dass die Zeit, in der die Opfer nicht mit den AFD-Unterwerfenden in Kontakt waren, weit angenehmer war als zuvor. Bleibt ein Handeln seitens der Deprogrammierenden in dieser Situation aus wird das Opfer zu 100% in Phase 2 übergehen. Es ist ausgeschlossen, dass diese Entwicklung nicht stattfindet, weil der Unterwerfende nicht aufhört das Opfer zu beeinflussen. Letztlich ist es ein Kräftemessen zwischen Unterwerfendem und Deprogrammierendem.
Der letzte Warnschuss vor Abschluss der ersten Instanz bildet sich in Sätzen, die AFD-Wählende sagen, bevor sie sich von ihren Freunden oder Familienmitgliedern trennen. Ein solcher Satz kann beispielsweise so lauten:
„Die AFD hat mich gewarnt, dass du, meine Freunde und sogar meine Familie nicht begreifen werden, was wir wollen und dass ihr euch von mir entfernen würdet und uns bekämpfen wollt. Freunde und Familie zu verlieren ist etwas, das wir in Kauf nehmen müssen und erwarten müssen, wenn wir unsere Sache vorantreiben wollen. Weil die Sache weit wichtiger ist als persönliche Bindungen und ihr sowieso gegen uns seid, muss ich euch verlassen und mich meiner neuen Bewegung anschließen.“
Die letzte Möglichkeit, die den Deprogrammierenden nun bleibt ist eine Finte, die einen Samen in den Kopf des Opfers pflanzt, auf den später zurückgegriffen werden kann – sozusagen eine Form des positiven Rebrainwashings.
Beispielsweise kann diese so aussehen:
„Wenn die AFD für alle nur Vorteile bringt – sogar für mich und alle anderen Menschen in Deutschland – wie kann es dir und unserer Gesellschaft einen Vorteil bringen, wenn wir uns gegen die grundlegenden Ideen von Zusammenhalt und Menschlichkeit wenden, indem wir unseren Mitmenschen nicht gönnen, was wir für uns selbst einfordern? Wie kann das gut sein?“
Wichtig ist, dass man diese Frage eben nicht mit der Erwartung stellen darf, eine ehrliche Antwort zu erhalten. Der hierdurch gesähte Samen wird heranwachsen zu folgender Frage:
„Nagut, welchen Vorteil ziehe ich und zieht die Gesellschaft daraus, wenn wir Ihre Grundideen über Bord werfen, nur damit ich in eine erhabene Gruppe gehöre?“
Sollten Deprogrammierende an diesem Punkt ankommen, ist die Situation bereits so ernst, dass nur eine extreme Konsequenz die AFD-Wählenden zurück in die Realität holen kann, beispielsweise etwas so schockierendes wie die Deportation des migrantischen Freundes, den man ja nie mitgemeint hat oder die Inhaftierung des linksgrün-versifften Bruders, etc.
Folgen gesellschaftlicher Isolierung der AFD-Wählenden – Instanz 2
Nachdem es die AFD geschafft hat einen AFD-Wählenden dazu zu bringen, sich von der Gesellschafts abzukapseln und ihn psychologisch und physisch von seiner Unterstützergruppe entkoppelt hat, zwingt sie den AFD-Wählenden in die zweite Instanz.
Die Attacken auf das Selbstwertgefühl des Opfers nehmen nun immer mehr zu. AFD-Wählende, die von ihrer Unterstützergruppe getrennt sind unterliegen vollständig den Narrativen der AFD. Sie hören den ganzen Tag nichts anderes mehr als folgende Narrative:
– man dürfe ja nichts mehr sagen
– die wahren Faschisten kommen von links
– der Deutsche dürfe nicht mehr stolz sein
– Die Bevölkerung wird ausgetauscht und islamisiert
– Remigration
– Frühsexualisierung
– Migrantengewalt
– Massenvergewaltigung
– etc.
Das demokratische Selbstbild des AFD-Wählenden wird hier also bis zur Unkenntlichkeit degradiert und zersetzt. Dies dient dazu, den Willen und das Ego des Opfers zu beeinflussen und zu brechen.
Wille und EGO brechen - Instanz 2
Das Ziel der AFD ist es den Willen ihrer Wählenden zu brechen. Sie schwächen den Willen zum Selbstdenken und zu rationalen Überlegungen. Sie puppetiert ihre Wählerschaft.
Den AFD-Wählenden ist dies durchaus bewusst und kein Mensch lässt sich freiwillig vermarionettieren oder seinen Willen brechen. Also braucht es ein Gegenkonzept seitens der AFD. Dieses Gegenkonzept ist das EGO, also ein vermeintlich egoistischer Teil des eigenen selbst, der abgestreift werden muss, damit man der höheren Sache dienen kann. Dies geschieht beispielsweise mithilfe des Narrativs des „verwertbaren Ausländers“, also beispielsweise der selektiven Abschiebungsrhetorik je nach Arbeitsamkeit des Individuums. Es wird also durch ein Scheinargument mitunter das Mitgefühl, die Empathie und der gesunde Menschenverstand sowie das rationale Denken ausgesetzt und am Problem vorbeigeführt. Das Denken wird den AFD-Wählenden schrittweise abtrainiert.
Das EGO ist eine Art innere Kraft, die Konflikte mit dem eigenen Selbst auslöst, wenn das Opfer in sorgenvolle Lebenssituationen gerät, also Lebenssituationen, die durch den Kapitalismus begünstigt und hervorgerufen werden. Auf diese Kraft erhascht sich die AFD seit Jahren immer wieder Zugang und macht sie sich zunutze, aber immer mit dem Ziel den Willen ihrer Opfer zu brechen.
Das EGO unterscheidet sich jedoch vom Willen des Opfers insofern, dass es nur in bestimmten Situationen angreifbar ist. Diese Situationen müssen also kontinuierlich heraufbeschworen werden, um eine Person angreifen zu können. Von diesen Angriffen kann das Opfer sich meist aus eigener Kraft und bei Ausbleiben der krisenhaften Situationen wieder befreien. Bei einem gebrochenen Willen ist dies nicht der Fall. Deshalb zielt die AFD langfristig darauf den Selbstwert ihrer Opfer zu attackieren und somit auch den Willen der Opfer zu brechen.
Schuldgefühlsinduktion und Mythos als Ausbruchsicherung
Die AFD als Unterwerfender säht in ihren Wählenden auf Lange Sicht ein Schuldgefühl, welches den Opfern verwehrt, sich tatsächlich aus dem Bann der Parteisekte zu lösen. Dieses Schuldgefühl zeigt sich beispielsweise darin, dass man ja seine neuen Freunde im Stich ließe, so man sich aus der Partei löse. Außerdem ließe man ja sein Land und die Bevölkerung im Stich. Man verriete die Werte, für die man kämpfe. „Was würde denn passieren und wer würde sich noch für Verbesserungen einsetzen, wenn alle einschließlich der AFD sich plötzlich aus dem Kampf gegen Massenvergewaltigungen, Messerattacken, Transagenda für Frieden und Sicherheit zurückziehen würden?“ Solche und vergleichbare Fragen lösen in AFD-Wählenden ein immanenten Schuldgefühl aus und verhindern die Möglichkeit, dass diese sich von der Partei als Institution lösen können. Diese Gefühle werden von der AFD als Hauptwaffe eingesetzt und dauerhaft bespielt.
Hinzu kommt ein Mythos vom „sterbenden Deutschen Volk“, den die AFD aufrecht zu erhalten sucht. Vergleichbar ist dieser Mythos der Massenzuwanderung und der damit einhergehenden Auslöschung des „Deutschen“ mit einem Krankheitsbild, der sich Pseudologie nennt. In der Psychiatrie wird damit der Drang zum Lügen und Übertreiben bezeichnet. Man könnte also auch von pathologischen Lügnern sprechen. Letztlich ist dieses Krankheitsbild eine Form der Mythomanie.
Eine Mythomanie beinhaltet unter anderem, dass eine Person, die daran leidet, eine fiktionale Lebensgeschichte erfindet, an die sie zutiefst glaubt und auch andere davon überzeugen kann, an diese Geschichte zu glauben. In diesem Falle ist nicht eine Person von einer solchen Mythomanie betroffen, sondern die AFD als Partei. Man könnte also auch von einer kollektiven Massenmythomanie sprechen – einer Art antiwissenschaftlicher Lügensekte.
Falsche Siege und Ausbrüche
Eine der gängigsten Taktiken bei der Gehirnwäsche ist es, dem Opfer in regelmäßigen Abständen das Gefühl zu geben, man habe sich vom Unterwerfenden lösen können und hätte ausbrechen können. Hierbei erlaubt es die AFD ihren Wählenden selbstverständlich sich hin und wieder physisch und psychologisch von ihr zu trennen. Dies erfolgt beispielsweise wenn die Wählenden sich hin und wieder dennoch in den öffentlich rechtlichen Medien bewegen oder aber wenn sie nicht alle Programmpunkte der AFD teilen und demnach hin und wieder auch ihren Unterstützergruppen zustimmen. Hierdurch wird eine Art der Pseudounabhängigkeit suggeriert. AFD-Wählende werden also immer wieder in Situationen geraten, in denen sie für Deporgrammierende zugänglich werden, weil die AFD als Unterwerfender sie sozusagen „freilässt“. Meist passiert dies gegen Ende der Instanzen 1 und 2 nach intensiven Phasen der Indoktrination.
Diese Ausbrüche scheinen auf den ersten Blick für die AFD kontraproduktiv. AFD-Wählende in den Phasen 1 und 2 können deprogrammiert werden und haben nach wie vor einen inneren Drang ihrem Unterwerfenden zu entfliehen. Da die AFD für sie als Droge fungiert und Drogen stets auch einen destruktiven Einfluss auf die Konsumierenden besitzen, werden sie sich als Abhängige zugleich von der Droge entfernen und sie weiterhin konsumieren wollen. Somit ist es möglich, sie am Konsum zu hindern und somit zu deprogrammieren, oder aber dies nicht zu tun und ihnen den Übergang in Instanz 3 zu ermöglichen.
Für die AFD sind diese Ausbrüche allerdings notwendigerweise nötig und zu einem großen Teil sogar nützlich. Die Gesellschaft neigt dazu, sich von AFD-Wählenden zu distanzieren, was dazu führt, dass diese als Opfer sukzessive in Instanz 3 übergehen. Außerdem muss die AFD sie zwischendurch „von der Leine lassen“. Denn nur, wenn die AFD-Wählenden in einem Zustand der vermeintlichen Geistesbefreitheit agieren, kann die Doktrin der AFD durch ihre Opfer in Bereiche der Gesellschaft vordringen, in denen sie bisher unfruchtbar gewesen ist. Hierdurch versucht die AFD weitere bürgerliche Bevölkerungsanteile zu konvertieren und unter ihre Gehirnwäsche zu bringen. Diesem Vorgehen können mitunter sogar die Deprogrammierenden zum Opfer fallen, wenn diese nicht über ein ausreichendes Bildungsfundament verfügen.
Instanz 3 - Die AFD als neues ICH
Das Opfer wird immer öfter dazu gebracht niedere Aufgaben zu erfüllen. Beispielsweise wird es aufgefordert zu Demonstrationen im ganzen Bundesgebiet zu fahren, um dort eine präsente Masse zu imitieren. Das Opfer wird immer öfter dazu missbraucht, sich online oder im analogen Raum Gehör zu verschaffen und die kruden Ideen der AFD unreflektiert wiederzukäuen. Es wird dazu forciert immer öfter mit Familien und Freunden in Streit zu geraten. Damit schadet das Opfer oft seinem eigenen sozialen Ansehen, Status und Stand. Es bringt sich damit noch öfter in sozioprekäre Situationen, die Krisen hervorrufen und somit die Festigung der zweiten Instanz nur vorantreiben sowie den Übergang zu Instanz 3 ermöglichen.
Das Opfer wird zudem dazu animiert andere über die Botschaft der AFD aufzuklären. Spätestens jetzt sollte allen Lesenden aufgefallen sein, dass die AFD sich ähnlich verhält wie eine Sekte.
Das Opfer nimmt in dieser Instanz mehr und mehr die Haltung an, dass nur der Unterwerfende Lösungen für Lebensprobleme des Opfers bereitstellen kann. Der Unterwerfende geriert sich zum neuen Ich des Opfers. Das Opfer bekommt dieses Prozess meistens überhaupt nicht mit.
Das Gedankenmuster der AFD, welche ihre Ideen noch nie in rationaler Art und Weise beleuchten konnte, wird immer mehr zum Gedankenmuster ihrer Wählerschaft. Der wohl stärkste Hinweis hierauf ist ein Gedankenmuster der Wählerschaft, dass die AFD „immer genau das sagt, was man denkt“. Die AFD-Wählenden sprechen der AFD mitunter also eine Art Gedankenlesekraft zu, die sie in dieser Form allerdings nicht konkret verbalisieren. Dies führt letztlich zu einer immerwährenden Wahrheitsspirale nach folgendem Muster:
– Die AFD spricht mir aus der Seele
– Die AFD weiß was ich will
– Die AFD sagt mir, was ich will
– Ich will etwas, dass die AFD sicher auch will
– Ich höre was die AFD dazu sagt
– Die AFD spricht mir erneut aus der Seele
– Die AFD weiß erneut was ich will
– usw.
Dies führt zum Ende der Instanz 3 und zu einem finalen Verlust von eigener Persönlichkeit, eigener Identität und eigenem Willen. Alles wird ersetzt durch die AFD und ihre Indoktrination. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind die AFD-Wählenden bereit in die Partei einzutreten, was zu Instanz 4 führt und die Personen nahezu unerreichbar für eine Deprogrammierung macht. Zumindest solang bis diese zeitweilig aus den Fängen der Parteisekte ausbrechen können.
Instanz 4 und 5 - Die Parteimitgliedschaft
Sämtliche Parteimitglieder befinden sich in Instanz 4 und 5. Eine Deprogrammierung dieser Personen ist nur möglich, wenn man es fertig bringt, die Opfer aus der AFD herauszulösen. Die Rede ist also von Schockerlebnissen, Aussteigerprogrammen oder anderen Möglichkeiten, die Personen wieder zu gewinnen. Solange aber die AFD als Unterwerfender massiven Einfluss hat und sich die Opfer dem Einfluss der Deprogrammierenden konsequent entziehen können, ist es nahezu unmöglich in Reichweite zu gelangen. Hier hilft also nur das Verbot oder die Zerschlagung der AFD, um nachhaltig wieder Zugriff auf diese Menschen zu erlangen.
!Die Deprogrammierung!
Dieser Abschnitt wird sich mit besonderen Arten der Gehirnwäsche auseinandersetzen und Möglichkeiten aufzeigen, wie diese wieder beseitigt und neutralisiert werden kann. Gehirnwäsche erfolgt immer durch Wiederholung und ein ständiges Unterdruck- und Inangstversetzen der Opfer. Die Folgen der Gehirnwäsche bleiben implementiert, selbst wenn das Opfer sich aus den Fängen des Unterwerfenden zeitweilig befreien kann.
Der primäre Weg, um die Gehirnwäsche zu neutralisieren, ist dem Opfer auf subtile Art und Weise zu zeigen, wie seine Gedanken manipuliert worden sind. ACHTUNG: Dies muss unbedrohlich und ohne Verurteilungen erfolgen. Nach meinen Ausführungen wissen alle Lesenden, wie die AFD ihre Gehirnwäsche in die Köpfe ihrer Wählenden implementiert hat. Das ist die Grundvoraussetzung, um die Gehirnwäsche zu neutralisieren. Jede Situation ist unterschiedlich. Aus diesem Grunde wird es nicht die eine Methode geben, die zum Erfolg führt. Es braucht einen langen Atem!
Deprogrammierung Step 1: Eine Beziehung reetablieren
Sollte eine Beziehung zum Opfer vormals verloren gegangen sein, ist es zwingend notwendig diese erneut aufzubauen. ACHTUNG: Es geht hier um EINE Form der Beziehung, nicht um die VORMALS BESTEHENDE Beziehung. Dies kann der Deprogrammierende machen, indem mit dem AFD-Wählenden in Zeitfenstern konferiert wird, in denen die Partei keinen Einfluss auf diesen hat.
AKTION: Das Opfer fragen!
„Wie würdest du unsere Beziehung beschreiben, bevor du mit der AFD und ihren Ideen in Kontakt gekommen bist? Ich erinnere mich daran, dass diese nicht so schlecht war.“
Diese Frage ist essenziell und wird viel zu selten gestellt. Je mehr die Gehirnwäsche voranschreitet, desto öfter wird es zu Streitigkeiten zwischen Deprogrammierendem und dem Opfer kommen. Ebenso geht es vielen mit ihren AFD-Wählenden Verwandten. Der AFD-Wählende wird antworten, dass er sich immer mehr zur AFD hingezogen hat, weil in seinem Umfeld immer weniger Menschen zu finden waren, die ihn verstanden haben. Bei der AFD fand er mehr Zuspruch.
Diese Aussage jedoch ist natürlich absolut hanebüchen, weil nicht das Umfeld sich verändert, sondern das Opfer der Gehirnwäsche sich verändert. Es ist wichtig für den Deprogrammierenden zu verstehen, was die Beziehung zum AFD-Wählenden zerstört hat. Der Unterwerfende, also die AFD, und niemand sonst!
Deprogrammierung Step 2: Das Opfer vom Feind isolieren
Der AFD-Wählende muss so oft es geht von der AFD getrennt werden und konsequent von ihr als Droge ferngehalten werden.
AKTION: Gemeinsame Zeit!
Der Deprogrammierende muss so viele Zeitfenster wie möglich schaffen, in der das Opfer sich vom Unterwerfenden fernhält und von diesem isoliert wird. Das bedeutet, dass konsequent eine Entfernung des Opfers aus den sozialen Medien erfolgen muss. Ein Eingriff in die Algorithmen der sozialen Medien, die das Opfer nutzt kann Wunder wirken. Gemeinsame Zeit dient hier dem Schaffen von Möglichkeiten, um mit den folgenden Schritten fortzufahren und den Einfluss der AFD zu minimieren.
Deprogrammierung Step 3: Den Feind aufdecken!
Nachdem wieder eine Beziehung zum AFD-Wählenden besteht, ist es notwendig innerhalb dieser Beziehung die Deprogrammierungsarbeit wieder aufzunehmen. Dies kann mehrere Monate bis Jahre in Anspruch nehmen. Das wichtigste hierbei ist es, auf den Feind – die AFD – hinzuweisen ohne die Partei dabei direkt als Feind zu verunglimpfen. Hierbei werden die Taktiken des Unterwerfenden dem Opfer auf subtile Art und Weise beschrieben und demonstriert. Das Ziel dabei ist, die Unfehlbarkeit der AFD und ihre Unantastbarkeit in Sachen Lösungsangebote als falsch zu entlarven. Dies erfolgt mithilfe einer Liste von „Tricks“, die andere Sekten anwenden, um ihre Opfer zu unterwerfen und kurzen Erklärungen, wie diese „Tricks“ genutzt werden. Außerdem ist es durchweg notwendig die Strategien der Intervention bei Instanz 1 anzuwenden.
AKTION: Die „Tricks“ der AFD offenlegen und wenn möglich unterbinden
Tricks, die die AFD nutzt:
Opferrolle
– Die AFD stellt sich in jeder Situation als absolutes und ausgegrenztes Opfer dar
– Hierdurch wird das Mitgefühl im Opfer ausgelöst, weil es diese Erfahrungen mit der Gesellschaft ebenso gemacht hat
ununterbrochenes Reden
– wird genutzt, um den Willen des Opfers zu brechen
– es handelt sich hierbei um eine verbale Überwältigung durch Rhetoriker:innen der AFD
– die dauerhafte Bombardierung mit Worten führt zu einer Unterwerfung des AFD-Wählenden
– kann mitunter auch einfach von AFD-Wählenden gegenüber AFD-Wählenden umgesetzt werden
Einfordern von Loyalität
– Die AFD fordert die Treue ihrer Anhänger:innen, jedoch nicht zu sich, sondern zu ihren Ideen
– Die AFD geriert sich jedoch als einzige Möglichkeit für die AFD-Wählenden, die Ideen umzusetzen
– Die Loyalitätsforderung ist hiermit also indirekt und zeigt sich darin, dass jede andere Sichtweise, die die Dogmata der AFD angreifen gemieden werden und dämonisiert werden
ein erstaunliches Wunder (vermeintliches Gedankenlesen)
– die AFD hat in den Augen der AFD-Wählenden die Möglichkeit ein erstaunliches Wunder zu vollbringen oder bereits eines vollbracht, indem sie ihre Gedanken liest und versteht
– sie wird etwas vollbringen, dass keiner anderen Partei gelingen kann und ist somit eine Art göttliches Parteienwesen oder mit einer Superkraft ausgestattet, um beispielsweise die Wirtschaft zu „reparieren“, den Wohlstand wieder herzustellen oder aber die Reinheit des deutschen Volkes zu bewahren
– kein AFD-Wählender kann jedoch erklären, wie die AFD das macht oder machen will und wie genau denn die Lösungsangebote der AFD zum Erfolg führen
Deprogrammierung Step 4: Herstellung des alten Ichs!
Der AFD-Wählende wird immer wieder behaupten, dass er die AFD mag und das kann im Zweifel sogar stimmen. Aber handelt es sich dabei um eine tatsächliche Form des Mögens oder um eine indoktrinierte und induzierte Form?
Diese Frage ist schwer zu beantworten, da das Opfer die Antwort selbst nicht kennt.
Allerdings kann man die Frage stellen, ob die AFD ihre Wählerschaft mag. Und hier lässt sich anhand des politischen Programms eindeutig sagen: NEIN!. Die AFD hasst ihre Wählenden. Sie hasst die Migranten, die sie wählen. Sie hasst die Bürgergeldempfänger, sie hasst die Arbeitslosen, sie hasst die Friedensbewegung, sie hasst eigentlich nahezu alles, was ihre Wählerschaft ausmacht. Die AFD ist eine narzisstische, psychopathische Entität, der es nur um ihr ideologisches Konzept geht. Sie hat nicht die Fähigkeit ihre Wählenden zu mögen. Alles woran es ihr liegt ist Bewunderung und unqualifizierte Unterwerfung.
Nachdem der Deprogrammierungsprozess eine Weile läuft, wird der AFD-Wählende ähnliche Sätze sagen wie:
„Ich mag die AFD. Ich mag die wirklich. Die haben viele gute Punkte. Aber eigentlich kann man die nicht wählen, da hast du schon recht. Sag mir doch, was ich dann wählen soll?“
Diese Sätze erzeugen damit einen Widerspruch. Dies ist das offensichtliche Anzeichen, dass das Opfer einer Gehirnwäsche unterliegt und die AFD gar nicht wirklich mag, sondern das „vermeintliche Mögen“ lediglich ein „induziertes Mögen“ ist.
Wir erinnern uns nun daran, dass die AFD zum neuen Ich des Opfers geworden ist und wie sie das getan hat. Mit denselben Methoden gilt es nun das Ich des Opfers wiederherzustellen. Es muss seine Persönlichkeit, seine Identität und seinen eigenen Willen zurückerhalten.
AKTION: Methoden der AFD umkehren und unterbinden
– den AFD-Wähler daran hindern an Demonstrationen teilzunehmen
– den AFD-Wähler aus den sozialen Medien herausisolieren
– Streitigkeiten deeskalieren durch subtile Themenwechsel anstelle durch Konfrontation und negative Entfernung und Trennung
– Zeigen von echtem Interesse an der Philosophie des Opfers ohne sich davon vereinnahmen zu lassen
– subtiles Einstreuen von Gegenvorschlägen
– Rehabilitation von AFD-Wählenden im sozialen Raum
– Krisenhilfe anbieten, die ohne die AFD auskommt
– AFD „Gedankenlesetechnik“ entlarvenDeprogrammierung Step 5: Die Pattsituation
Nach Monaten der Deprogrammierung und zahlreichen falschen Siegen und Ausbrüchen, zahlreichen Fortschritten und Rückschritten wird der Deprogrammierende mit dem Feind an einen Punkt gelangen, in der eine Art Pattsituation entsteht.
Der AFD-Wählende ist immer noch unsicher, ob er die AFD mag oder ob sie die richtige Wahl ist.
Er ist immer noch unsicher ob die AFD eine Scharlatanpartei oder der erleuchtete politische Heilsbringer ist.
Was dem AFD-Wählenden diese innere Debatte beibringt sind die Zweifel und Beweise, die der Deprogrammierende über lange Zeit in seine Gedanken eingebracht hat. Diese Situation ist das Ziel der Deprogrammierung und ein Punkt, an dem nur das Opfer selbst entscheiden kann, ob es sich für den Feind oder den Deprogrammierenden entscheidet.
AKTION: Die Entscheidung des AFD-Wählenden muss von Seiten des Deprogrammierenden UNBEDINGT respektiert und bedingungslose akzeptiert werden. Natürlich aber nicht ohne Hintergedanken.
Dies sorgt für ein Ungleichgewicht in der Gesamtsituation. Die AFD kann ihre Einflusstrategie nicht weiterführen, da sie den Deprogrammierenden nicht weiter delegitimieren kann. Der AFD-Wählende fühlt sich positiv respektiert von Seiten des Deprogrammierenden und sieht diesen nicht mehr als Feind. Er fühlt sich nicht bevormundet. Der Deprogrammierende erhält außerdem die Möglichkeit dem Opfer zuzuhören und kann weiteren Einfluss gewinnen.
Aus der Sicht der AFD sind die Deprogrammierenden der Feind. Die AFD denkt, sie hätte die Deprogrammierenden aus Sicht der AFD-Wählerschaft bereits hinreichend diskreditiert und diskreditiert sie sicherheitshalber immer weiter. Wenn nun also die Deprogrammierenden beginnen, den AFD-Wählenden zuzuhören und mit diesen über ihre eigenen Ideen zu diskutieren und ihren Argumenten und ihrer Philosophie zuzuhören, so erhalten die Deprogrammierenden eine besondere Gelegenheit. Die AFD kann ihre Diskreditierungskampagne nicht fortsetzen. Somit wird es möglich weiteren Einfluss auf die AFD-Wählenden zu gewinnen. Damit tun die Deprogrammierenden das Gegenteil von dem, was die AFD erreichen will. Sie möchte spalten. Die Deprogrammierenden müssen diese spaltenden Aspekte ignorieren und sich im Diskurs mit den AFD-Wählenden auf den Deprogrammierungsleitfaden konzentrieren. Das bedeutet insbesondere aus linker Perspektive viel Durchhaltevermögen und Haltungskohärenz nebst einer riesigen Menge Einfühlungsvermögen.
AKTION: Der Meinung des Opfers zuhören! – nicht der Meinung der AFD!
– nur die Meinung des AFD-Wählers zählt und wird diskutiert, nicht die Meinung der AFD
– man hört dem AFD-Wählenden zu und spricht nur aus der Perspektive: Was wäre, wenn er Recht hat?; Lag man selbst falsch?
– man suggeriert dem AFD-Umfeld des AFD-Wählenden hierdurch einen vermeintlichen Sieg über den Deprogrammierenden
– Die Diskreditierungsstrategie der AFD funktioniert hierauf hin nicht mehr und der Unterwerfende wird hierdurch verunsichert
Am Ende dieser Entscheidung des AFD-Wählenden gibt es zwei Outcomeszenarien. Im ersten entscheidet der AFD-Wählende sich tatsächlich für die AFD. Dann ist davon auszugehen, dass der AFD-Wählende tatsächlich mit der Ideologie der AFD übereinstimmt. Das dürfte jedoch bei den meisten Menschen unfassbar unwahrscheinlich sein, da dies ein tiefes Wissensfundament in der igeologischen Theorie der Rechten bedeutet, über welches die meisten AFD-Wählenden schlichtweg nicht verfügen. Wir sprechen hier also von überzeugten Rechtsideologen. Diese wiederrum würden aber wohl eher der Partei beitreten und sie nicht nur wählen.
Wahrscheinlich ist also Szenario zwei. Der AFD-Wählende ist in diesem Falle gehirngewaschen und wird sich am Ende dieses Schrittet für den Deprogrammierenden entscheiden.
Es ist wichtig, dass dieser Schritt nicht vorgezogen wird, sondern vorher alle anderen Schritte mit dem AFD-Wählenden durchlaufen worden sind. Nur dann wird dieser Schritt erfolgreich sein. Dem AFD-Wählenden die freie Entscheidung zu lassen mag dem Deprogrammierenden schwer fallen. Ein Drogenentzug funktioniert aber eben nur dann nachhaltig, wenn der Abhängige diesen wirklich möchte und rational die Entscheidung dazu trifft. Ebenso verhält es sich mit der Absage an die AFD.
Conclusio
Am Ende handelt es sich bei dieser Strategie und Deprogrammierung um eine Möglichkeit die Gehirnwäsche der AFD auf individueller Ebene aufzubrechen. Wenn es der linken Bewegung gelingt diese individuelle Ebene zu kollektivisieren und umzusetzen, dann ist es durchaus möglich, dass die Ergebnisse und der Einfluss der AFD langfristig gesenkt werden können. Hierfür muss sich die linke Bewegung jedoch dem metaphorischen Würgereflex widersetzen, der ihr durch Mark und Bein fährt, wenn es darum geht mit AFD-Wählenden zu konferieren und Kontakt zu halten.
BUCHQUELLE: Clearfield, Dylan (2021): Deprogramming Victims of Brainwashing and Cult Like Mind Control. Methods You Can Apply. G STEMPIEN PUBLISHING COMPANY
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